Freitag, 24. September 2010

Bergfest.

Man mag es gar nicht glauben, aber jetzt bin ich tatsächlich schon (über) 3 Monate hier - also genau die Hälfte meines Aufenthaltes! Die Zeit verging sooo wahnsinnig schnell, jetzt ist schon Herbst und die Landschaft hat sich komplett verändert... aber auch in dieser Jahreszeit sieht man die schönsten Farben und das Wetter ist (an manchen Tagen) noch wirklich super schön.





Ich hab ja bisher schon so viel von den Dingen die ich hier in meiner Freizeit mache, erzählt. Aber ich dachte mir vielleicht interessierts euch auch, was ich hier überhaupt ARBEITE. Schließlich bin ich ja nicht zum Urlaub machen hier. :D




Also Emmaüs ist ein Institut, das sozusagen drei Dinge gleichzeitig ist: Zum einen eine Bibelschule wo Pastoren ausgebildet werden, zum anderen wird es zu einem großen Teil von Gruppen die hier Wochenenden verbringen und Tagungen oder Seminare haben . Der dritte Teil besteht aus dem Verlag "Emmaüs". Vielleicht kennt ja zufällig jemand Alfred Kuehn, er ist Autor hier und hat schon einige Bücher geschrieben, die unter diesem Verlag erscheinen und auch hier verkauft und in die Welt verschickt werden. ;)

Aber zurück zu meiner Arbeit... Wir Bénévoles (Freiwillige) arbeiten hauptsächlich im Service wenn Gruppen, die auch hier übernachten, da sind. Dafür muss natürlich im Voraus dafür gesorgt werden, dass alle Zimmer in Ordnung sind. In der Zeit wo die Gäste da sind, arbeiten wir im Service, d.h. morgens Frühstück vorbereiten, Tische decken, abräumen, wieder neu decken fürs Mittagessen usw. Und der Abwasch ist natürlich auch nicht zu vergessen. Schon mal Geschirr von 100 Personen abgewaschen? KEIN Spaß. Bedeutet auch bloß "ein paar" Überstunden. Wer das "Glück" hat im Abwasch statt im Service eingeteilt zu sein, kommt dann auch in den "Genuss" die Toiletten zu putzen. Schöööön! :D

Nachdem eine Gruppe dann wieder abgereist ist, dürfen wir Putzkolonne spielen und alle Zimmer sauber & wieder beziehbar machen. Und an Zimmern mangelt es hier nicht gerade. ;)
Daneben gibt es immer Wäsche zu machen, das heißt waschen, trocknen, falten, bügeln, wegräumen und dann wieder von vorne. Und nicht so wie man jetzt vielleicht denkt, in der Dimension wie man es zu hause hat, nee nee - hier bekommt das Wort "Wäscheberg" eine ganz neue Bedeutung... hier reichen die Wäscheberge bis fast unter die Decke; Waschmaschine und Trockner laufen rund um die Uhr. Es kommt sogar ein paar Abende in der Woche eine Frau, die uns ein bisschen von dieser Arbeit abnimmt. Super Job. Die ganze Nacht Wäsche zu waschen. Naja. Tja, ansonsten gibt es auch im Rest des Hauses genügend Arbeit, das geht von Fensterputzaktionen über Wände streichen oder Unterrichtssääle in Ordnung halten, etc. Aber wie gesagt, die meiste Zeit geht für die Zimmer drauf, sodass man gar nicht zu andren Sachen kommt.


[Der Beweis - September 2010 :D]

Seit die Studenten aus den Sommerferien wieder gekommen sind, sind wir auch dafür verantwortlich, dass während den Essenszeiten alles glatt läuft, die Cafeteria und Aufenthaltsräume täglich sauber gemacht werden etc...
Wie man sieht, gibt's immer recht viel Arbeit, da bleibt eigentlich gar nicht mehr sooo viel Freizeit. Weiß gar nicht, was ich vorher immer von unsren ganzen Freizeitaktivitäten berichtet habe. Jetzt ist es eher so, dass, wenn man mal frei hat, die Zeit zum ausruhen nutzt oder vielleicht mal runter nach Vevey/zum See fährt. Naja.
C'est la vie! :)